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Wappwolf – Story by Michael Eisler

20/03/2013

Wappwolf – meine Story

Wenn es nicht mit Gewalt geht, geht es sicher mit mehr Gewalt!

by Michael Eisler, Co-Founder & CEO of Wappwolf, Inc.

Das ist kein howto und ich habe auch keine Tipps oder Weisheiten darin verpackt. Das ist einfach nur meine Geschichte! Dauert leider 10 Minuten oder so – also Zeit nehmen oder für später aufheben.

Drehen wir die Zeit mal kurz zurück. Ich, im April 2010 und CEO von DIG AG, meine größte Herausforderung ständig einen vollen Terminkalender hinterher zu jagen und am Steuer eines Unternehmens zu sein, das ich mit Blut und Schweiß mitaufgebaut habe und das nach einigen Höhen und Tiefen nun endlich die Lizenz zum gesunden und stetigen Wachstum und Erfolg gefunden hat. Natürlich in ständiger Spannung der Veränderung der Märkte. Damals war ich aber etwas ausgebrannt und ohne wahre Inspiration pflegte ich bei jeder Gelegenheit im engeren Kreis von Geschäftspartnern und Freunden zu sagen: “Je höher man im Management aufsteigt, desto geringer wird der Anteil des Gehalts für Leistung. Der Anteil für Schweige- und Schmerzensgeld steigt.” Ich fühlte das auch so und aus irgendeinem Grund hatten Aufgaben in meinem Job die Überhand gewonnen, die gar nicht so viel Spaß machten. Natürlich mag man denken, dass es Klagen auf hohen Niveau ist, wenn man CEO ist, aber die unter Euch, die mit mehr als 350 Großkunden und >30 Mitarbeiter im europäischen Spitzenfeld der Anbieter konkurrieren, können sicher nachempfinden, dass die Rolle auch unheimlich viel Energie, Zeit und Verzicht mit sich bringt. Aber ich war noch bis Februar 2012 CEO bei DIG AG – mein Herzblut steckte in dieser Firma und ein tolles Team, das den Erfolg erst möglich gemacht hat. Wichtige Gründe wie Loyalität und Pflichtbewusstsein waren ausschlaggebend dafür, dass ich das Unternehmen erst verlassen würde, wenn es dafür bereit ist und alle Weichen gestellt sind, dass es auch ohne mich funktioniert. Stefan Roggatz, er übernahm den CEO, wird das vielleicht lesen. Ich empfinde große Dankbarkeit für Dich, dass Du mir die Chance ermöglicht hast mein venture mit Wappwolf zu versuchen. Ich erinnere mich an so viele großartige Menschen, die mich stets unterstützt haben und DIGianer sind – ich danke Euch für die gemeinsame Zeit. Ich habe an jeden von Euch gedacht als ich das geschrieben habe- also bitte zwingt mich nicht hier eine Liste zu posten. Ich habe immer ein Zitat im CEO-Reporting auf Lager gehabt und darauf geachtet mich nicht zu wiederholen. Dieses hier hatte ich bestimmt mal, aber es passt: Wenn ein Manager seine Arbeit gemacht hat, werden seine Leute sagen: Wir haben alles selber gemacht! Ich wollte weiterziehen und ich wollte etwas neues versuchen und ich wollte mich auch verändern. Absatz – neues Kapitel.

Also im April 2010 sitze ich mit Harald Weiss, einen damals neu gewonnenen Freund, in einem Bierlokal in Wien, der Geburtsort und die Geburtsstunde von Wappwolf sein sollte. DIG ist und war heute wie damals ein führender Anbieter im Bereich EDI “Electronic Data Interchange” – klingt heute schon echt Antik aber immer noch das Thema im B2B Umfeld, um Unternehmen miteinander kommunizieren zu lassen. DIG fand sich in der verbreiteten Situation, dass die Skalierung des eigenen business nur mit der gleichzeitigen Skalierung von Mitarbeitern möglich war. Blöde Kombination. Ich habe damals Harald mein Leid geklagt und ihm auch davon berichtet, dass ich bereits 2007 die Idee hatte ein neuartiges System zu schaffen, dass es ermöglichen sollte alle Unternehmen anzubinden und im Kern einen Service Store von Applikationen zu haben aus denen die Unternehmen hilfreiche Arbeitsabläufe (workflows) zusammenstellen können und diese zu automatisieren. Der Service Store wäre vergleichbar mit dem App Store von Apple, weil Developer über eine Schnittstelle (heute API) ihre Services anbieten könnten und so viele Micro-Apps zu einem sinnvollen Workflow kombiniert werden. Versteht kein Mensch, oder? Aber dies wäre der Schlüssel im Bereich EDI, um Wachstum zu skalieren ohne dabei die Mannschaft wesentlich vergrößern zu müssen – ein business Modell nach dem alle IT Unternehmen suchen. Nämlich Strom in Geld konvertieren zu können. 2007 konnte ich das aber nicht in ein eigenes business umsetzen – die Zeit war nicht reif – daraus ist aber dennoch bei DIG AG das heute existierende DIG eRelation Clearing Center geworden, das den Grundgedanken von Framework und Modulen verwirklicht hat. Harald, kurz zuvor noch in der Rolle als Kunde von DIG AG, konnte das Konzept sofort verstehen und motivierte mich die Idee nochmals gemeinsam anzupacken. Er schien zu dieser Zeit auch beruflich gelangweilt. Ich kann nicht mehr sagen warum ich zustimmte und begeistert war, aber ich denke es war ein Mix aus Gefühlen. Harald sagt, ich war gelangweilt. Wahrscheinlich hat er recht. Vielleicht wollte ich auch einfach was beweisen – mir selbst – der Welt – und ich halte es noch immer für eine geniale Idee im Kern. Mein commitment als Vollzeit-CEO von DIG AG war eigentlich nicht viel wert, aber dennoch starteten wir am selben Abend noch mit der Suche nach unseren Mitstreitern und Wegbegleitern. Ein SMS an Christian H. Leeb, der 2007 schon mit mir auf der Eidenberger Alm die Idee geformt und geliebt hat, führte zum Co-Founder Nummer 3. Ach ja, für alle die es nicht wissen. Ich kenne Chris schon lange vor seiner Zeit als Business Angel und Hebamme für startups. Er hat mich in die EDI Branche gebracht. Er war GF von ODE, dem Datenhighway OÖ, in Linz und hatte mir meinen Nebenjob zur HTL Leonding ermöglicht. Damals 18 Jahre jung konnte ich sogar noch C++ programmieren und war verantwortlich für viele viele kleine DOS-Programme, die Dateien manipuliert haben, um für Unternehmen wieder verarbeitbar zu sein. Ich blieb für fast 3 Jahre und war Projekt Manager für einige große EDI Projekte und namhafte Kunden. Gemeinsam mit Leopold Binder und Dieter Dobersbergers, die dann mit mir gemeinsam DIG gegründet haben. So gesehen haben wir den Schuldigen gefunden, der meinen Weg zur Gründung von DIG im Dezember 2001 geeebnet hat und zur Gründung von Wappwolf dann 2010. In Österreich gilt es nämlich immer erst die Schuldfrage zu klären bevor wir an eine Lösung denken. Die Schuldfrage ist geklärt. Christian H. Leeb zeichnet verantwortlich dafür, dass mein Leben seine Bahnen genommen hat. Vielen Dank Chris, ich bin Dir sehr dankbar und ich blicke auf tolle 15 Jahre zurück, in denen sehr viel Gutes entstanden ist. Aber zurück zu Wappwolf,  3 Gründer waren gefunden und weil wir drei Helden Harald, Chris und ich ja nicht wirklich die Technik-Gurus waren, haben wir noch Dieter Dobersberger (ja genau – mein Mitgründer bei DIG AG) motivieren können uns zu helfen die Idee auch zu einem funktionierenden Produkt zu formen. Man beachte, dass Dieter natürlich wie ich auch Vollzeit-DIGianer war und auch nicht wirklich viel Zeit hatte, um sich um Wappwolf zu kümmern. Das hat uns alle nicht gehindert zu starten und das ist beeindruckend und es ist rückblickend natürlich erkennbar, dass startups zwar so entstehen können, aber eine klassische Garagen-Programmierer-Erfolgsstory war es von Beginn an nicht.

Diese ganz Vorgeschichte hat auch einen Zweck – ich muss irgendwie positiv rechtfertigen was der Name Wappwolf bedeutet und dazu ist die Story nötig gewesen. Ich, das gebrannte Kind mit EDI – nochmals “Electronic Data Interchange” – auf der Suche nach einer Lösung, die es ermöglicht eine Plattform zu schaffen, um eine SaaS Workflow-Plattform für Unternehmen skalierbar in ein business Modell zu verwandeln, liegt also zu Hause neben der 2-jährigen Tochter Hanna und hält ihre Hand zum Einschlafen und denkt sich “World wide web…. und APPlications… und WorkFLOWs” – also ganz einfach “W-APP-F-L-O-W”…nein, wir drehen die Buchstaben hinten – gleich viel besser “W-APP-W-O-L-F” und schon war der alpha wolf geboren und das Rudel begeistert.

Gründung 2010 in der Kanzlei bei Dr. Jürgen Nowotny, Linz.

Wenn ich heute das erste Video sehe, das ich in Eidenberg im Wohnzimmer aufgenommen habe, liege ich flach vor Lachen und wundere mich wie ich das nur online stellen konnte. Ach was soll es: CEO Michael Eisler explains Wappwolf

Viel besser war und ist aber das erste Promotion Video, das eigentlich nie an Gültigkeit verloren hat: Wappwolf plant with Johnny The Doc

Ich denke kurz danach habe ich dann Manuel Berger angeschrieben, der mal ein Praktikum bei DIG gemacht hatte und dessen Mutter ich als Fotografin schon einige Jahre kannte.

Wir haben auch zwei ganz tolle Music-Videos mit Comic Zeichnungen gemacht. Ich finde sie super und Manuel Berger ist ein genialer Comic Zeichner by the way!

Folder Prison Blues Wappwolf – Folder Prison Blues

Wappwolf is tougher than the rest Wappwolf – Tougher Than The Rest

Und so hat uns Manuel gesehen zu dieser Zeit

Wir haben also per Email ein paar Konditionen ausgemacht und endlich hatten wir auch jemanden, der nicht nur jonglieren kann mit Bällen und zwischen zwei Unternehmen, sondern auch wirklich etwas bauen konnte. Warum wir eigentlich gleich was bauen wollten bevor wir alle anderen Hausaufgaben gemacht haben? Wie zum Beispiel den Markt zu analyisieren oder zu schauen, ob das was wir machen auch ein Problem löst, das auch gelöst werden will. Leider nein, ein großer Fehler damals bereits. Wir bauen mal die Technologie und das Produkt und erklären den Kunden dann schon, dass das the next big thing ist, das sie unbedingt brauchen. Wir waren zu dieser Zeit nicht mal in der Lage 2 von 10 Leuten zu erklären, was wir eigentlich wirklich machen. Wie konnte ich das nur zulassen? CEO von DIG – getrieben vom need der Kunden von vorne bis hinten und jetzt mache ich hier auf startup und ignoriere zuerst mal die lästigen Kunden. Mehr Druck kam als bei einem Wappwolf Founder Meeting von so einer “Demo Conference” berichtet wurde im “Silicon Valley” wo man hin muss. Ja klar, warum nicht, Harald hat uns angemeldet und kurz darauf waren wir irgendwie 1 von 50 startups, das im September 2010 bei einem 6-minütigen pitch auf der Bühne stehen würde UND dafür noch 20k$ bezahlen darf. Hey, vor uns war nur Jahjah mit Daniel Mattes und Roman Scharf dort gewesen und die waren ja immerhin erfolgreich mit ihrem venture. Für uns natürlich völlig überraschend und keine Chance, um eine Produkt auf die Beine zu stellen mit nur 6 Wochen Zeithorizont.

Der unglaubliche 1. Wurf der Plattform. Immer noch beeindruckt davon.

Einziger Ausweg: wir lassen den CEO wieder jonglieren um vom Produkt etwas ablenken. Harald, Chris und ich flogen also nach San Francisco etwa 3 Tage vor dem pitch und in Österreich haben Manuel Berger und fleissige Mithelfer, die ich hier nicht namhaft machen kann, sich die Nächte um die Ohren geschlagen, um ein Produkt zu bauen, das man irgendwie herzeigen kann. Mit einem unternehmerischen Vorhaben hatte das wirklich wenig zu tun. Manuel hat das Produkt designed und das Frontend programmiert und andere die backends und engines geschrieben. Alle haben wie wild gearbeitet und wir hatten nicht mal ein Büro oder regelmäßige calls oder meetings. Rückblickend erscheint es mir heute so als suchten wir einfach die Abwechslung und den Nervenkitzel – also für mich galt das bestimmt. Nie hätte ich Schritte gesetzt mit DIG, die bei Wappwolf an der Tagesordnung standen. Ok, es war auch schwer beides gleichzeitig zu machen. Dennoch, und die DEMO Conference Teilnahme bleibt für immer und darauf können wir stolz sein. Der Auftritt damals war Nervenkitzel pur und wahrscheinlich die am besten vorbereitete Präsentation, die ich bisher in meinem Leben gemacht habe. Natürlich kann ich heute auch nur mehr lachen, was wir da aufgeführt haben und in Wahrheit haben wir hergezeigt, wie man ein Foto auf Facebook lädt – unglaubliche Alien Technologie also.

Bitte anschauen DEMO Conference Fall 2010 – Wappwolf und dann auch gleich das making of Video Wappwolf – DEMO – Making of , das ich noch viel mehr mag. Harald hatte den ersten draft des pitch geschrieben, den wir Wochen zuvor abliefern mussten, weil ich ja gar keine Zeit für solche Sachen hatte als CEO von DIG und in knapp zwei Tagen vor Ort in Santa Clara, CA haben Chris, Harald und ich so ziemlich alles daran verändert bis auf die grundsätzliche Story und Vision. Und ich habe sicher 50 Mal den pitch geübt und wie schwer das war, kann sich vielleicht der eine oder andere vorstellen – fremdes Land, fremde Sprache, komplett neues Thema und keine Ahnung vom Silicon Valley damals.

Mit so viel Nervenkitzel von dem Auftritt haben wir unser erstes Interview gegeben – wir waren so lustig, dass sich Jenn Karlman, die blonde Dame bei uns, noch ein Jahr später an uns erinnern konnte, obwohl sie an jedem der drei Veranstaltungstage sicher 30 Interviews gemacht hat.

Aber außer lustig haben wir leider keine Pokale gemacht DEMO Interview – Harald + Michael @Wappwolf – muss man nicht gesehen haben.

Und so blieben alle Erwartungen unerfüllt. Wir hofften auf Investorenandrang und Medienwirbel, aber mehr als 250 user haben sich nicht auf unser Produkt verirrt, was eine große Ernüchterung hätte sein müssen, aber wir waren so im Rausch der Gefühle – oder ich – dass uns das nichts ausmachen konnte. Ich erinnere mich an den Tag nach dem Auftritt und der Veranstaltung als wir in San Francisco noch einen Nachmittag Zeit hatten bevor unser Flug zurück in die Heimat ging. 10.000km und neue Zeitzonen von zu Hause entfernt, fühlte ich Freiheit und Erleichterung. Nicht, dass das irgendwer hier falsch versteht, aber fast 10 Jahre ein Unternehmen aufzubauen, hatte seine Spuren hinterlassen und es fühlte sich so gut an in dieser Stadt San Francisco die Seele baumeln zu lassen. Eine Liebe zu dieser Stadt hat hier gestartet.

Rückflug und von September 2010 bis Dezember 2011 haben wir die Plattform zwei Mal komplett umgestaltet und jedes Mal das Aussehen und den Auftritt neu programmiert.

Zuerst ein Ansatz, der ifttt ziemlich nah gekommen ist

und dann der mit wirklich viel Mühe erstellte Re-launch weg von der Automatisierung hin zur one-step-manuell Action.

Die beliebteste Action war die Postkarten App, die ich selbst sicherlich 500 Mal ausgeführt habe.

Das waren echte Kraftakte und was das für das backend immer bedeutet hatte, war unglaublich. Wir haben ein backend, das man 10 startups darauf aufbauen könnte. Bei jedem Versuch waren wir auch so überzeugt, dass wir richtig liegen aber niemals haben wir ernsthaft begonnen die Welt und die Nutzer zu befragen. Leider haben wir hier auch eine Zeit lang schlechte Berater gehabt, wie sich erst später gezeigt hat. Aber das darf man auch nicht Auslagern, sondern das muss die DNA der Firma sein. Was wir lange nicht kapiert haben war, dass uns jemand fehlt, der echt was von Produktentwicklung versteht. Aber ich habe “geführt”, wie das ein alpha wolf beim Rudel so macht. Und das Rudel ist stets gefolgt. Also ganz nach dem Motto: oft gleich der Manager einem kleinen Jungen, der einen großen Hund an der Leine hat und wartet wo der Hund hin will, damit er ihn dort hin führen kann. Ich hatte zwar eine Vision, eine Vision von einem Unternehmen und wie das Unternehmen und der Erfolg aussieht, aber ich hatte keine Vision von dem Produkt, das die Welt ein Stückchen besser machen sollte. Vielleicht eine Vision, aber keine Wegbeschreibung. Schlechte Kombination.

Weil es wirklich lustig ist, muss ich das auch noch aufdecken, dass wir nicht nur zwei komplette relaunch gemacht haben, sondern parallel haben wir auch einen Windows client, einen Mac client, eine erste iPhone App und noch eine neue iPhone App und einen Android Prototyp gebaut.

Wir haben sogar für Nokia eine App gebaut, obwohl wir wissen konnten, dass das völliger Schwachsinn ist.

Das Wappwolf Rudel füllte sich mit Leuten, ich schätze 15 Freelancer, weil die Gründer hatten in Summe 500k$ investiert und wir arbeiteten an allen Ecken und Enden.Und es ist für mich beachtlich, wozu ein Team fähig ist mit der nötigen Motivation. Auch ohne jeden Erfolg und wir hatten auch keinerlei Erfolg und ich meine wirklich zero Erfolg. Nicht mal die Gründer oder die Leute aus dem Team, die Familien, Freunde oder die eigenen Kinder haben Wappwolf verwendet – also nicht freiwillig jedenfalls. Auch für mich beachtlich was man mit Geld alles erreichen kann und wie einem die Leute folgen, wenn man die Überzeugung ausstrahlt richtig zu liegen. Geschichtlich spannend, aber anderes Thema.

Dann kam die Weihnachtszeit 2011 und wir trafen uns am 28. Dezember wieder einmal auf der Eidenberger Alm, die Eislerberger Alm eigentlich fast schon, um die nächsten Schritte zu planen. Wir hatten aus unserer Sicht schon alles versucht und waren deprimiert. Ich erspare mir selbst in den unendlichen Ordnerstrukturen meiner Dropbox zu Wappwolf die Flipcharts, Screenshots, Designs und sonstigen Konzeptpapiere zu durchsuchen wie und was wir alles machen könnten oder sollten oder müssten, aber es sind Berge an Dateien in dem Friedhof der Dropbox. Ich erinnere mich aber, dass wir immer davon überzeugt waren, wenn wir was völlig überhastet beschlossen hatten oder ich zumindest alle überzeugt habe es zu beschließen. Ziemlich diktatorisch anstatt das Team zu motivieren, die beste Lösung zu erarbeiten.Hoppla, da ist eine wichtige Erkenntnis versteckt: CEO – das “E” steht für Chief “Executive” Officer. Ein Ausführer/Durchführer also? Nicht lange nachdenken, sondern “Ausführen”. Das kann ich jedenfals – dafür sorgen, dass Dinge ausgeführt werden und es haben auch alle immer zu einem Ergebnis und Ende geführt. Ein wichtiger skill eigentlich, dass man Leute motivieren kann und Dinge auf die Straße gebracht werden. Aber nicht der einzige skill, der ein Unternehmen führen sollte. Und schon gar nicht gepaart mit dem skill “immer Recht haben zu müssen”. Und dann noch den skill das auch so präsentieren zu können als hätte man wirklich recht.

Wenn ich durch meine Zitatesammlung stöbere finde ich das Zitat, wo ich öfter mal darüber nachdenken sollte:  “Der Umgang mit einem Egoisten ist darum so verderblich, weil die Notwehr uns allmählich zwingt, in seine Fehler zu verfallen.” Gilt das für mein Team? Habe ich schuld daran? Aber andererseits bin ich ein netter Kerl – also bleiben wir bei den Tatsachen und sind stolz auf das, was wir haben. Zuerst ein Produkt für Developer, dann ein in Produkt für Admins, dann ein Produkt für Endkunden, clients und mobile Apps und alles was wir versuchten, blieb erfolglos. Aber echt unglaublich was wir alles gebaut haben mit einem Team, das zerstreut war und dessen CEO eigentlich einen anderen Job hatte bei einer andern Firma. Danke Harald, für die vielen Monate deines Lebens in dieser Zeit, wo Du den Laden zusammen gehalten hast! Eigentlich haben wir beide als einzige immer alles durchlebt und geteilt und Glück wie Leid getragen! Irgendwann in 2011 hatten wir Manuel Berger mal für ein Monat nach San Francisco geschickt, um dort mal die Luft zu schnuppern und es war mit mir besprochen, dass er parallel versucht seinen Ansatz einer Lösung zu versuchen und eine beispielhafte Applikation zu bauen, die ein Developer on top of Wappwolf bauen könnte, um anderen Developern eine Idee zu geben wie man dieses Teil verwenden kann und Probleme löst. Das Ding sollte “Dropbox Automator” heissen und nur einen Zweck erfüllen – Verzeichnisse in der Dropbox mit Aktionen zu belegen, die automatisch ausgeführt werden, wenn man Dateien reinwirft. Manuel hat das alleine auf eigener Infrastruktur also gebaut und auf das backend von Wappwolf zugegriffen.

Dropbox Automator Icon – wurde dann von Dropbox schwer kritisiert und aufgegeben.

Auf der Alm also im Dezember 2011 in der verzweifelten Situation in der wir uns befanden, wollte ich nochmals etwas nachfeuern und CEOen. Ich erinnere mich an meine Worte genau: “Wir launchen den Dropbox Automator heute und wir versuchen die ganze Nacht dafür einen buzz zu erzeugen und wenn wir morgen früh nicht zumindest 100 user haben, schei*** ich drauf!” – Manuel war kaum fertig mit dem Produkt und bekam noch zwei großzügige Stunden Feinschliffzeit vor dem launch um 19 Uhr abends, aber wir waren entschlossen es zu versuchen. Nachdem wir bis 3 Uhr morgens an den Laptops aushielten und so ziemlich alles im Internet nur mögliche machten, um die Idee des Dropbox Automator zu verbreiten fanden wir uns am nächsten Morgen mit 65 fu***ing registrierten user wieder. Die Stimmung war am absoluten Tiefpunkt und wir trennten uns abends gebrochen, um unsere Wunden zu lecken über Silvester. Fairer Weise muss ich dazu sagen, dass wir dazwischen noch eine super coole startup-Idee hatten und gleich mal begonnen hatten zu programmieren und Branding zu machen. Es gelang mir wieder eine Gruppe von Leuten, die nach 1,5 Jahren harter Arbeit vor den Trümmern standen zu motivieren einfach was anderes zu probieren, aber in Summe stimmt es, wenn ich sage, dass es ein finsterer Tag war für alle von uns. Die startup Idee, die wir kurz hatten, wurde jedenfalls mittlerweile besser umgesetzt und heisst “Bang with friends” (http://techcrunch.com/2013/03/08/bang-with-sxsw/).

Zu Hause in Eidenberg am selben Abend, 21 Uhr oder so, mittlerweile schon zwei Kinder statt eines zum Schlafen gebracht (mit Hilfe von Susi sicher) – beginnt mein iPhone wie wild zu blinken und Alerts auszuspucken. Ein völlig aus dem Häuschen befindlicher Manuel schreibt mir, dass sich in den letzten zwei Stunden plötzlich 800 user – in Worten achthundert – angemeldet haben. Der erste Lifehacker Artikel  http://ht.ly/jdYJT ist erschienen und plötzlich lief die Bude heiss. Der Grund für den Artikel war wahrscheinlich ein Teammember von uns, der den Autor Adam Dachis angeschrieben hatte und entweder Glück oder Sauglück hatte damit – wie sich später herausstellte, war er mehr hinter dem Geld her als an unserer Idee interessiert – shit happens – sein Name soll für immer verbannt sein. Aber good news waren: 10.000 user nach 72h. Wir waren auf Techcrunch, wired, TNW und was es da noch so gibt und es ging rund um den Erdball. Während die Silvesterkorken knallten und wir realisieren konnten was eigentlich abgeht, versäumten wir die wichtigste Zeit im Leben unseres Projekts. Das Team wurde zwar wieder zusammen getrommelt von mir als ich erkannte was los ist aus dem ganzen Lande, aus dem Skiurlaub und aus der Ruhe der Familie, aber wir waren für sicher zwei Wochen komplett handlungsunfähig. Wir sahen den Wald vor lauter Bäumen nicht. Prioritäten konnten nicht gesetzt werden und wir fanden uns alle in einem Meer aus Emotionen wieder – stolz auf die Artikel, die über uns erschienen und wütend über die Server, die uns unerwartet abschmierten durch die hohe Belastung. Grenzgänge wurden absolviert körperlich, geistig und emotional. Eine Woche, wie keine andere in meinem Leben – pure Belastung durch unkontrollierbare Ereignisse in jeder denkbaren Dimension. Abends die Emotion auf der Eislerberger Alm in Alkohol baden lassen und irgendwie den Druck abbauen.

Nur noch Schnaps konnte uns helfen in der ersten Woche von 2012

Warum wir die wichtigste Zeit verpasst haben? Zu dieser Zeit, in dieser speziellen Zeit hätte ich in San Francisco sein müssen und wir hätten VC money erhalten. Ganz sicher! Kein startup, das ich je gesehen habe in der Zeit hatte ein solches Medienfeuerwerk ausgelöst, wie das der Dropbox Automator erreicht hatte. Warum wissen wir bis heute nicht. Haben wir viel dazu beigetragen – nein! Es ist wie ein Lauffeuer passiert und wir waren Passagiere. Diesen Motivationsschub hatten wir aber dringend nötig und es fühlte sich plötzlich so an als würden wir den Stein der Weisen endlich gefunden haben. Falls es irgendjemand interessiert findet man hier die großartige Sammlung von Presseartikeln, von denen viele startups sicher träumen http://blog.wappwolf.com/?page_id=137. Wir hatten auf Lifehacker einen Artikel http://lifehacker.com/5907706/how-to-supercharge-your-dropbox-or-google-drive-with-wappwolf mit 180.000 views. Die Insider unter Euch wissen, dass das fast highscore ist. Egal, dieser Artikel liefert nach 1 Jahr immer noch traffic auf die Seite und für uns waren 5 Lifehacker Artikel mehr wert als 100 der anderen Erwähnungen, insbesondere Techcrunch.

Lifehacker Titelbild vom Artikel mit 180.000 views. Amazing time!

Ich weiss nicht, ob ich hier was ausgelassen habe, wo mir jemand vielleicht böse ist, dass es nicht erzählt wird, aber die sind eingeladen, die story selber zu erzählen. Eine lustige Episode ist Michael “Falco” Eisler bei Techdings im Interview Techdings Interview Wappwolf

Ich erinnere mich in 2011 an eine extrem harte Zeit bei DIG und eine extrem harte Zeit bei Wappwolf. Und ich erinnere mich in der ersten Woche 2012 an: Erfahrung ist fast immer eine Parodie auf die Idee! Manuel’s Prototyp hatte einen Nerv getroffen zur richtigen Zeit als Dropbox gerade in aller Munde schien und wir mit dem ersten Dienst kamen, der sich auf eine andere neue cloud Lösung einfach on top setzte. Manuel sah es als sein Projekt und sein Produkt und wir fanden uns in einer schwierigen Teamsitatuion wieder, da es plötzlich nicht mehr Wappwolf war, sondern Manuel’s Dropbox Automator. In dieser intensiven Phase sind wir alle um Jahre reifer geworden – es hat mir inbesondere gezeigt, wie wir alle uns in Extremsituationen verändern. Manuel danke ich für seine tolle und ausdauernde Arbeit für Wappwolf und die Hilfe zum kleinen Erfolg, den wir gemeinsam erreichen konnten. Unsere Wege haben sich im August 2012 aber dennoch getrennt.

Das lustigste Foto-Shooting und leider ganz schwule Fotos.

2012 startete somit mit einem Feuerwerk und wir sendeten Roland Trimmel und Michael Lipper nach San Francisco für einige Monate, um dort Partnerschaften herzustellen und wir konnten im Frühjahr 2012 auch 700k$ seed Finanzierung aus Österreich aufstellen und wir bauten fleissig am Automator weiter und nach Dropbox folgte Google Drive, box und Facebook Automatoren.

Facebook Automator hätte die Rettung bringen sollen, aber niemand nutzte ihn, obwohl man saucoole Dinge damit machen konnte.

Michael und Roland waren alleine aber verloren im Valley und wir konnten sie nicht gut unterstützen und arbeiten über neun Zeitzonen ist hart und nicht effizient. Dennoch haben Michael und Roland großartige Kontakte hergestellt, aber ich war als CEO noch in der Heimat und damit kann man im Valley nicht wirklich erfolgreich arbeiten.

Roland, Michael, Manuel und ich im Rocketspace in SFO

Medienrummel hatten wir immer wieder mal, aber schon lächerlich im Vergleich zum ersten Start. Natürlich waren wir verwöhnt und wir wussten, dass wir unser month-2-month growth so steigern müssten, dass wir den Investoren auffallen. Irgendwie meldeten sich keine bei uns. Da habe ich keinen Vergleich, aber mir scheint wir waren die einzigen auf der Welt, die super Presse hatten extrem intensiv, aber dennoch keine Investorenanrufe bekamen. Warum wir das alles machten und wie wir handelten, schien uns völlig klar, aber dennoch weiss ich heute, dass wir sehr viel dabei falsch gemacht haben. Wir haben etwas berührt, das ausbaufähig war, aber wir wussten nicht wirklich wie man es ausbaut und welche Werkzeuge man dafür braucht. Dafür haben wir es immer hart versucht und irgendwas immer auf die Straße gebracht. Motivation sei Dank. Bis Mitte 2012 konnte uns also nichts mehr aufhalten und mit neuem Kapital haben wir weiter in unser Projekt investiert. 60.000 user hatten wir nach 5 Monaten und es zeigte sich dann doch schon sehr deutlich, dass das Wachstum nicht steigt und wir an Boden verlieren. Obwohl wir ursprünglich immer mal von einer B2B Lösung gesprochen hatten, waren wir nun im B2C gelandet und wir waren auch überzeugt davon, dass wir derzeit kein Revenue-Modell brauchen, sondern einfach die Userzahlen steigen lassen müssen. Wie schön wäre doch echter ehrlicher Umsatz gewesen. Irgendwann haben wir dann ein freemium eingebaut und zumindest 400 zahlende Kunden gefunden mit derzeit fast 2k$ Umsatz im Monat. Weniger als der Betrieb kostet – juhu :-( . Technisch hatten wir jede Menge Löcher zu flicken, weil wir den Dropbox Automator von der eigenen Infrastruktur wieder loseisen mussten und viele Apps, die ursprünglich eigentlich von externen Developeren für unser Framework gebaut werden sollten, von uns selbst gebaut werden mussten, um sie halbwegs stabil zu halten. Dass wir zu dieser Zeit schon Schiffbruch erlitten hatten, hätte man erkennen können. Kein Problem: ein Schiff das im Hafen liegt ist eben sicher, aber dafür werden Schiffe halt nicht gebaut! Wir wollten es gar nicht erkennen und haben weiter gemacht. Schließlich will man ja auch nicht scheitern und keinesfalls darf man aufgeben – genau die Werte, die mir wichtig sind und die in jedem 2. Zitat meiner Zitatesammlung angesprochen werden. Diese zu verraten – no way! Zu schön fühlte es sich an bei etwas spannenden dabei sein zu können und monatlich einen Trip nach San Francisco machen zu können und die Hoffnung aufleben zu lassen.

Der traurige alt-CEO und der lachende neu-CEO am 6. Februar 2012 auf der Eidenberger Alm bei meiner Abschiedsfeier als CEO bei DIG AG

Seit Februar 2012 war ich bei DIG AG als CEO ausgeschieden, um in den Aufsichtsrat zu gehen nachdem DIG AG mehrheitlich von der Liechtensteinischen Post AG im Frühjahr 2011 gekauft wurde und ich noch ein weiteres Jahr der CEO blieb, um die Weichen zu stellen.  Ich hatte den ganzen Wappwolf Schiffsbau also fast 2 Jahre parallel zum CEO bei DIG AG gemacht und mit stolz darf ich sagen, dass die DIG AG in diesen Jahren hervorragend gelaufen ist – nicht, dass ich das alleine gemacht hätte, aber das zu begleiten hatte eine Menge an Aufgaben für mich übrig und ich erinnere mich, dass mich meine liebe Fee und Assistentin Carina Hofstätter sehr häufig in einer Laune vorfand, die klare Anzeichen von grenzwertiger Auslastung waren und ich danke ihr aufrichtig, dass sie mich durch diese Zeit begleitet und getragen sowie ertragen hat.

Carina ist links zu sehen falls es Zweifel gibt :)

Ich war also erst mit März 2012 ein Vollzeit CEO von Wappwolf und ich fühlte erstmals auch wieder, dass es plötzlich nicht mehr Schmerzensgeld war, das mich antrieb. Ich war bei DIG aus einem 10 Jahre dauerenden Trip ausgestiegen und ich habe meine Entzugserscheinungen ungebremst bei Wappwolf investiert. Die Motive waren vielleicht nicht die richtigen zu dieser Zeit – leider. Besser hätte ich doch den Porsche gekauft und dort alles ausgelassen. Meine Frau Susi kann das sicher aus einem anderen Blickwinkel beurteilen, was das für eine Veränderung war, Harald als mein Freund und Partner sicher auch gut nachvollziehen, Andreas Marek hat mit mir viele Abende auf der Eidenberger Alm verbracht und mir geholfen und mein personal Coach Eugen Prehsler – btw sehr empfehlenswert! – hat mir dann auch gezeigt, dass ich in einer unrunden Phase bin und ich nach dem Ausstieg bei DIG AG erst zurück ins Leben finden musste bevor ich wieder einen beruflichen Kampfeinsatz starte. Anyway, der Start bis zur Halbzeit von 2012 war eine sehr aufregende Zeit. Privat und beruflich in meinem Leben ein Checkpoint, den ich nicht vermissen möchte und der mich letztlich besser werden lässt. What a trip!

Wappwolf Office in Linz, ehemals DIG Office in der Peuerbachstraße 2, Linz.

Halbzeit im Juni 2012 – eine Woche San Francisco – wieder einmal. Eine gesprächsintensive Woche mit meinen Mitstreitern und die Erkenntnis, dass das Vorhaben so gescheitert ist. Aber es gibt mehr Leute, die kapitulieren, als solche, die scheitern sage ich mir wieder. Also miete ich ein Haus in Menlo Park, Kalifornien, packe Frau und Kinder ein und reise mit Ihnen nach Kalifornien für die ersten 5 Wochen von nun 8 Monaten. Großartige Unterstützung von meinem lieben Freund Andreas Marek, damals Vollzeit Key Account Manager bei DIG AG, der mir zwei Wochen lang hilft mich und meine Familie hier einzuleben und ich werfe mich bei blackbox.vc von Fadi Bishara in ein zweiwöchiges Intensivprogramm für startups speziell non-US.

Super touchbase für Leute, die hier her kommen und super lehrreich. Das erste Mal, dass ich wirklich hier in Kalifornien angekommen bin und auch wirklich mal jetlag-frei das Leben hier wahrnehme und von tollen Vortragenden lerne zu verstehen, was hier wirklich anders ist. Zu dieser Zeit habe ich verstanden, dass es anders werden muss, wenn es besser werden soll. Unmöglich das alles in Worte zu fassen. Die Struktur der Firma ändern. Das Team verändern und wir brauchen einen komplett neuen Produktansatz. Das muss man wahrscheinlich selber erleben und darum ist es so schwer das den Gründern in Österreich zu vermitteln – auch wenn man damit helfen möchte, möchten sie es meist nicht so hören, wie es tatsächlich ist. Man ist ja selbst stark und gut genug und kann alles besser – ich weiss, ich bin der Meister im besser können gewesen. Egal, macht die Erfahrung – am besten lernt man aus Schmerz. Für Wappwolf hieß es zurück in den Ideenprozess und zurück zum Start. Ich kann nicht mehr genau sagen wie der Prozess gelaufen ist, aber ein kurzzeitiger supporter Ron Wolf hat mir in einigen Starbucks-Sitzungen geholfen eine neue Idee zu formen. Ein toller Kreativprozess, aber trotzdem beschränkt auf die Möglichkeiten, die die Technologie von Wappwolf bietet und man darauf basierend einfach in ein anderes Produkt konvertieren kann. Wieder ein Fehler glaube ich.

Die Re-Geburt von Wappwolf als iBeam.it und eine deutliche Verbesserung und Vereinfachung alle mal. Wenn wir mit Wappwolf zu Beginn unserer Zeit nur 2 von 10 Leuten überhaupt von der Idee überzeugen konnten, gelang es plötzlich 8 von 10 Leuten zu erklären, was wir vorhaben und zur großen Begeisterung waren bei den 8 Leuten auch sicherlich gleich mal 7 dabei, die auch einen pain spürten, wo iBeam.it die Lösung sein könnte. Es ist mir wieder gelungen ein Team zu formieren und ich konnte Benjamin Ajfrid gewinnen, der früher bei DIG AG gearbeitet hat und mir in Kalifornien nun geholfen hat das neue Produkt auf die Beine zu stellen. Ein weiterer treuer Weggefährte Gerald Sigmund hat ebenfalls Tage und Nächte mitgeholfen das neue Produkt auf die Beine zu stellen und unser backend-Mann der ersten Stunde Jürgen Holzleitner hat uns auch nicht im Stich gelassen. Da waren es nur noch 5. Harald, Benji, Gerald, Holzi und ich, die wirklich die Kernarbeit leisteten. Diesmal holten wir uns professionelle Hilfe im Design und Branding und versuchten das Produkt so einfach wie möglich zu gestalten und ganz klare Anwendungsfälle für Kunden zu identifizieren. Ich fürchte, dass diesmal der hohe Zeitdruck und die notorische Ungeduld ein wesentlicher Faktor waren, dass wir eine suboptimale Lösung erzielten. Dennoch, auf die Straße haben wir ein kompett neues Produkt gebracht und Mitte Dezember 2012 – ein Jahr nach unserem jump-start mit dem Dropbox Automator – dachte ich, dass wir eine Reise durch das Tal des Todes beenden konnten. Um diese Reise überhaupt zu ermöglichen, habe ich selbst nochmals 70k$ investiert und wir sind seit drei Monaten live unter www.iBeam.it  und haben viele Verbesserungen und Erweiterungen realisiert- in den vergangenen Wochen habe ich durch viele Gespräche und Termine mit tollen und erfolreichen Menschen sowie mit Investoren feststellen müssen, dass wir in einem schwierigen Umfeld sind und die nötige Traction blieb leider auch aus. Ok, 4000 user ist nicht ganz schlecht, aber es wächst nicht und ist nicht viral. Und fundable ist es nicht, weil so viele Dinge einfach nicht passen, die wir vor 2 oder 3 Jahren hätten verstehen lernen müssen. Es fühlte sich an als würde überhaupt niemand auch nur ansatzweise für unsere Lösung interessieren. Es steckte so viel Hoffnung und so viel Arbeit in dieser neuen Lösung und ich bin so dankbar, dass Benjamin, Gerald und Jürgen dies ermöglicht haben, aber die Realität ist ein Schlag ins Gesicht.

Es war Zeit für eine Ergebnissicherung, wie mein Coach Eugen zu sagen pflegt, und ich habe mit Harald gemeinsam in den letzten Wochen herausgearbeitet, dass wir am Ende einer spannenden, anstregenden, lehrreichen, teuren Reise angekommen sind. Wir versuchen ein totes Pferd zu reiten und wir beide sind die Gebrüder Frankenstein, die das Pferd zum Zombie gemacht haben.

Ich habe gefühlt circa 50 verschiedene Pitchdeck-Varianten in meiner Dropbox liegen und ich kann nicht mehr. Wir haben alles gegeben, alles versucht und sind letztlich mit diesem Projekt nicht erfolgreich gewesen. Ich bereue die Reise nicht und bin dankbar für die gewonnene Erfahrung und enorme Lernkurve. Ich habe es mit viel Einsatz und Gewalt versucht. Und ich habe es dann auch noch mit mehr Gewalt versucht. Ich habe unheimlich viel über diese neue Branche gelernt. Ich habe unheimlich viel über meine Stärken, aber auch über meine Schwächen gelernt. Mit Sicherheit bin ich mit 32 Jahren noch in der Lage ein paar tolle Reisen zu machen.

Abschließend noch ein paar Worte. Ich habe Geld von Freunden, Bekannten, Familie und Geschäftspartner erhalten und investiert in diese Reise. Und ich habe Mitgründer, die auch viel Geld investiert haben. Ich mache mir keine Vorwürfe. Ich habe natürlich jeden gewarnt, dass es ein hohes Risiko ist und nicht versprechen kann, dass es erfolgreich endet. Dennoch tut es mir leid und ich kann nur jedem versichern, dass ich nicht leichtfertig aufgegeben habe. Immerhin war mein finanzielles Investment mit 400k$ der größte Anteil von Investorengeld und ich kann zumindest behaupten, dass ich am meisten Leid davontrage. Eine schlechte Entschuldigung, aber eine Entschuldigung!

Ich danke meinen Partnern, dem Team an Mitstreitern, meiner Familie und meinen Freunden für die Hilfe am Weg.

Vor ein paar Wochen konnte ich mir Mike Maples anhören und er hatte eine super Story auf Lager, die mir geholfen hat. Er sagte, dass jeder von uns 2 kleine Figuren auf den Schultern sitzen hat. Auf der einen Seite sitzt so ein kleines Tierchen, der Tyrannosaurus Rex – kurz “Rex” – er ist da seit dem es den Menschen gibt und er sorgt dafür, dass wir essen, schlafen, fortpflanzen und alles andere was an Grundbedürfnissen zu befriedigen ist. Er steuert 90% unseres Lebens und definitiv hat er 90% meines Lebens gesteuert bisher. Alles was Eitelkeit, Stolz, Befindlichkeiten und so betrifft, steuert nur er. Seit ein paar hundert Jahren sitzt auf der anderen Schulter der Menschheit so ein kleiner Albert Einstein – kurz “Al” – und er ist dazu da, dass wir auch den Verstand benutzen und uns die Dinge vorher genau ansehen und berechnen und nachdenken. Das tun wir aber noch nicht so lange und darum ist es schwer Al mal an die Front zu lassen. Die Kunst ist es nun, dass man es schafft, dem Rex mal zu sagen, dass er für 10 Minuten die Klappe halten soll, damit man sich mal kurz mit Al unterhalten kann. Wenn man das schafft, hat man eine Chance weniger als 50% falsche Entscheidungen zu treffen.

written by “Al” für Michael Eisler

p.s.: Alles Gute zum Geburtstag Harald Weiss!

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Wappwolf Automator turned 1! Here is our gift for you!

7/01/2013

We startet the year 2012 with a firework of media coverage all around the world.

What an exciting year!

For a startup and its team the feedback of users and fans is the reward.

Today we want to thank you all with this special offer.

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Wappwolf Sponsors Post Cards for Charity Event

19/09/2011

Last week a charity event “Maunsbüda” (Mannsbilder) was held in Linz, Austria. With some 150 people showing up at the gala event we are proud to have done a great job, as the event invitation was processed by Wappwolf.

Wappwolf provided the invitations for free, sent as photo postcard via Wappwolf.

Tell us what you think, we hope you liked it!

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Wappwolf Demo & Test Camp “One Click – BIG Action”

10/08/2011

Wappwolf Camp - one click BIG Action Read the rest of this article »

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Austrian Wappwolf is Americanized – From the Alps to Mountain View

16/07/2011
Harald Weiss, Cofounder & CFO Wappwolf

Harald Weiss (CFO) “What the Twitter button is for information, the Wappwolf action button is for files – omnipresent.”

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